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Die Zukunft des Einkaufens: Social Selling und der Aufstieg des mobilen Bezahlens

Von Severin Spintzyk, Vice President Technical Sales bei Unzer 

29.07.2025
5 Minuten

Der Einzelhandel entwickelt sich mit innovativen Technologien wie Pay-by-Link, QR-Codes und Self-Checkout rasant weiter und macht Transaktionen ohne Kassenpersonal zur Norm. Das Smartphone spielt bei diesem Wandel eine zentrale Rolle und treibt den Trend zum mobilen Einkaufen und Social Selling voran.   

Eine Studie von GlobalData (GlobalData (01.2024) Key Payments Trends for 2024 - Trends that will disrupt the payments ecosystem in 2024, Report code: GDFS0474IA) hat ergeben, dass Verbraucher:innen ihre Geräte zunehmend zum Stöbern und Kaufen nutzen. Daher müssen Unternehmen mobiles Zahlen und das Nutzen sozialer Medien integrieren, um den Umsatz zu steigern. Dieser Wandel wird den E-Commerce neu definieren, denn neben Komfort und einem personalisierten Angebot für Kunden:innen, bietet er auch neue Möglichkeiten für Unternehmen.   

Der Aufstieg des mobilen E-Commerce

Mobile Geräte werden zur dominierenden Kraft beim Online-Einkauf. Eine Verbraucherumfrage hat ergeben, dass mittlerweile 62 % der Kund:innen mobil bezahlen (GlobalData (01.2024) Key Payments Trends for 2024 - Trends that will disrupt the payments ecosystem in 2024, Report code: GDFS0474IA). Dies wird vorangetrieben von einem Anstieg im Nutzungsverhalten mobiler Apps, die ein verbessertes Benutzererlebnis, eine einfache Navigation und sichere Zahlungsoptionen bieten. Die Bequemlichkeit und die Möglichkeit, jederzeit und überall einkaufen zu können, in Kombination mit personalisierten Empfehlungen und Angeboten, beeinflussen das Verbraucherverhalten erheblich. Diese Faktoren machen mobiles Einkaufen nicht nur zu einer Vorliebe, sondern zu einer Erwartung, die die Zukunft des E-Commerce prägt.  

Fallstudien: Shein und Temu

Shein und Temu sind Paradebeispiele für App-zentrierte E-Commerce-Plattformen, die das mobile Einkaufen revolutioniert haben. Shein, ein globaler Fast-Fashion-Händler, und Temu, bekannt für sein vielfältiges Produktangebot, setzen beide auf die Entwicklung mobiler Apps als Schlüsselstrategie. Ihre Apps sind mit benutzerfreundlichen Oberflächen, einer nahtlosen Navigation und personalisierten Einkaufserlebnissen ausgestattet, die die Nutzer:innen binden und dazu bringen, häufig wiederzukommen. Shein nutzt Datenanalyse, um maßgeschneiderte Angebote und dynamische Preise anbieten zu können. Der Fast-Fashion-Riese nutzt seine mobile App, um den Kund:innen auf der Grundlage seines gezielten Empfehlungssystems eingeführte Produkte zu „pushen“. Das macht sie flexibler als das traditionelle Ladengeschäft (Chen, L., Lee, H. L. & Yao, S. (2022). Ultra-Fresh Fashion: Creating Demand with Freshness and Agility. Social Science Research Network). 

Temu wiederum setzt In-App-Interaktionen ein, um das Engagement und die Attraktivität der Kund:innen zu erhöhen. Zu diesen Gamification-Methoden gehören Funktionen wie tägliche Geschenkboxen oder Spiele wie Farmland sowie Methoden des „Social Sharing“ (Li, D. (2023). E-commerce Retailer Marketing Strategies and Rapid Growth: A Case Study of Temu. Highlights in Business, Economics And Management, 23, 668–673). Diese Strategien verdeutlichen, wie wichtig Mobile-First-Design und Nutzerengagement für den Erfolg des E-Commerce sind, und zeigen, wie Unternehmen mobile Apps effektiv nutzen können, um das Einkaufserlebnis zu verbessern und den Umsatz zu steigern.   

Herausforderungen für Händler:innen

Die Zahlungspräferenzen verlagern sich zunehmend auf mobile Geldbörsen und In-App-Käufe. Weltweit haben bereits mehr als die Hälfte der Millennials und der Generation Z digitale Zahlungsarten genutzt (Paper, Plastic or Pixels: Payment Preferences by Generation. (2024, 21. März)). Händler:innen müssen sich daher dringend an diese sich entwickelnde E-Commerce-Landschaft anpassen. Dazu gehören robuste Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz sensibler Kundendaten und die Bereitstellung eines nahtlosen, intuitiven Nutzererlebnisses. Außerdem kann die Integration mit mobilen Apps komplex sein und erhebliche Investitionen in Technologie und Infrastruktur erfordern. Händler:innen müssen diese Hürden überwinden, um wettbewerbsfähig zu bleiben und die Erwartungen der Verbraucher:innen an Komfort und Sicherheit beim mobilen Einkauf zu erfüllen.   

Strategien für Händler:innen: Lösungsansätze von Zahlungsanbietern

Um die Herausforderungen des mobilen E-Commerce zu meistern, können Händler:innen mit Hilfe von Zahlungsanbietern verschiedene Strategien anwenden.    

  • Mobile-First-Ansätze für die Zahlungsabwicklung stellen sicher, dass die Transaktionen für Smartphonenutzer:innen optimiert sind.  
  • Verbesserte Sicherheitsmaßnahmen, wie z. B. die Implementierung von fortschrittlicher Verschlüsselung und biometrischer Authentifizierung, schützen mobile Transaktionen und stärken das Vertrauen der Kund:innen.    
  • Die Straffung des Bezahlvorgangs durch die Reduzierung von Schritten und das Angebot von Ein-Klick-Zahlungsoptionen minimiert die Reibungsverluste für App-Nutzer.    
  • Eine nahtlose Integration von Zahlungslösungen verbessert das Einkaufserlebnis und fördert die Kundenzufriedenheit und -treue. Diese Integration ist für Unified Commerce unerlässlich, bei dem alle Verkaufskanäle - online, im Laden und mobil - miteinander verbunden sind.  

Bei der Auswahl von Zahlungspartnern sollten Händler die wachsende Bedeutung von mobilen Apps im E-Commerce berücksichtigen, da sie für das moderne Einkaufserlebnis von zentraler Bedeutung sind. Um in diesem App-gesteuerten Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen Zahlungsanbieter die mobile Zahlungsabwicklung übernehmen, die Sicherheitsmaßnahmen verbessern, die Checkout-Prozesse rationalisieren und den einheitlichen Handel fördern. Händler sollten daher Zahlungspartner bevorzugen, die sich in diesen Bereichen auszeichnen, um ein nahtloses und sicheres Einkaufserlebnis für ihre Kunden zu gewährleisten. 

Für die Zukunft sind weitere Innovationen im Bereich des mobilen E-Commerce und der Zahlungslösungen erwartbar, wobei noch mehr Wert auf personalisierte Inhalte, Bequemlichkeit und Sicherheit gelegt wird, so dass das mobile Einkaufen in Zukunft intuitiver und allgegenwärtiger denn je sein wird. 

Über den Autor

Severin Spintzyk leitet bei Unzer die Bereiche Technical Sales und Business Operations. Als Teil der Vertriebsorganisation begleitet er Händler:innen entlang des gesamten Prozesses – von der technischen Beratung vor dem Kauf über die Implementierung der Zahlungslösungen bis zu späteren Erweiterungen oder Veränderungen im Setup. Er spielt eine zentrale Rolle darin, die Interessen der Händler innerhalb der Organisation zu vertreten und sicherzustellen, dass ihre Bedürfnisse gehört und erfüllt werden.