Kund:innen unterscheiden nicht zwischen Online und Offline – sie erwarten ein konsistentes Einkaufserlebnis über alle Touchpoints hinweg. Für Händler:innen bedeutet das: Systeme, Daten und Prozesse müssen kanalübergreifend nahtlos zusammenspielen.
Genau hier setzt Unified Commerce an. Der Ansatz geht über klassische Omnichannel-Strategien hinaus: Statt isolierter Systeme gibt es eine zentrale Plattform, die alle Vertriebskanäle miteinander verbindet – in Echtzeit und auf einer gemeinsamen Datenbasis.
Customer Journeys verlaufen heute nicht mehr linear. Ein Produkt wird über Social Media entdeckt, online recherchiert, im Store ausprobiert und mobil gekauft. Laut einer HDE-Studie werden bereits 55 % des gesamten Onlineumsatzes in Deutschland über das Smartphone generiert, das Verbraucher:innen immer griffbereit haben (HDE Handelsverband Deutschland (2024): „ Online Monitor 2024“). Oder Kund:innen bestellen Produkte online und holen diese vor Ort ab.
Diese kanalübergreifenden Interaktionen sind längst der Normalfall. Gleichzeitig steigen die Erwartungen: Kund:innen wollen jederzeit auf aktuelle Informationen zugreifen, flexibel bezahlen und Services kanalübergreifend nutzen.
Für Händler:innen entsteht daraus eine klare Herausforderung: Jeder Bruch in der Customer Journey – etwa falsche Bestände, fehlende Zahlungsoptionen oder nicht synchronisierte Kundendaten – wirkt sich direkt auf Conversion und Kundenbindung aus.
Viele mittelständische Händler:innen haben ihre Vertriebskanäle bereits erweitert – Webshop, stationärer Handel, Marktplätze. Das entspricht dem Omnichannel-Ansatz.
Die Herausforderung liegt im Backend: Oft arbeiten diese Kanäle auf getrennten Systemen.
Das führt zu Inkonsistenzen entlang der gesamten Customer Journey. Ein paar Beispiele: Kund:innen, die online ein Produkt als verfügbar sehen, finden es im Laden nicht. Rabattcodes aus dem Newsletter lassen sich an der Kasse nicht einlösen. Die Kundenkarte gilt nur im Geschäft, nicht im Webshop. Diese Reibungsverluste kosten Umsatz und Kundenloyalität.
Unified Commerce setzt genau hier an: Alle Vertriebskanäle – online, mobil, stationär, Social Commerce – werden nicht nur parallel betrieben, sondern über eine einzige zentrale Plattform zusammengeführt. Produkt-, Bestands-, Zahlungs- und Kundendaten fließen in Echtzeit zwischen allen Touchpoints. Es gibt keinen Datensilo mehr, keinen „Graben“ zwischen Online und Offline. So entsteht ein durchgängiges System mit einer einheitlichen Datenbasis als „Single Source of Truth“.
Mit einer einheitlichen Plattform entstehen konkrete Mehrwerte im Tagesgeschäft:
Alle Touchpoints greifen auf dieselben Daten zu. Kund:innen erleben ein Unternehmen als Einheit – unabhängig davon, über welchen Kanal sie kommen.
Bestände, Transaktionen und Kundendaten sind jederzeit aktuell verfügbar. Das reduziert Fehler und verbessert die Servicequalität.
Neue Kanäle und Services – etwa „Buy now, pay later“-Zahlungsoptionen oder Social-Media-Verkauf – lassen sich ohne aufwändige IT-Projekte in die bestehende Plattform integrieren.
Wenn alle Daten in einem System zusammenlaufen, entfällt der aufwändige Abgleich zwischen verschiedenen Tools. Das spart Zeit und Ressourcen.
Unified Commerce ist damit nicht nur ein Customer-Experience-Thema, sondern eine technologische Grundlage für effizienten und skalierbaren Handel.
Die Entwicklung im Handel zeigt klar: Isolierte Systeme stoßen zunehmend an ihre Grenzen.
Laut einer Capterra-Studie haben bereits 51 % der deutschen Verbraucher:innen Click & Collect genutzt, also online bestellt und die Ware im Geschäft abgeholt. 90 % bewerten den Ablauf als reibungslos (Capterra (2024): „Digitalisierung im Einzelhandel: Was sagen Konsumenten zur Automatisierung?“). Damit das funktioniert, müssen Bestände, Bestellungen und Zahlungsinformationen in Echtzeit synchronisiert sein. Ohne integrierte Systeme entstehen schnell Verzögerungen oder Fehler im Prozess.
Besonders im E-Commerce ist BNPL längst Standard: Laut EHI Retail Institute bieten 75 % der führenden deutschen Onlineshops Rechnungskauf an, 36 % auch Ratenzahlung (EHI Retail Institute (2024): „Online-Payment 2024“). Das Problem: Am stationären POS scheitert die Umsetzung häufig an fehlender Systemintegration. Damit Bonitätsprüfung, Kundendaten und Zahlungsabwicklung auch im Laden in Echtzeit greifen, braucht es eine gemeinsame Datenbasis über alle Kanäle. Genau das liefert Unified Commerce. Laut einer Studie von Unzer und ECC Köln beobachten 59 % der Händler:innen eine höhere Ausgabebereitschaft dank BNPL-Bezahloptionen (Unzer / ECC Köln (2023): „Fashionbranche unter Handlungsdruck: Wie Unified Commerce und Buy Now Pay Later helfen können“).
Immer mehr Händler:innen stellen auf mobile POS-Systeme um. Ein Smartphone oder Tablet als vollwertiges Kassensystem senkt Hardwarekosten und ermöglicht Beratung und flexibles Bezahlen überall – ob im Pop-up-Store oder beim Außendienst. Dafür müssen Zahlungsabwicklung, Produktdaten und Kundendaten in einem System zusammenlaufen.
Kund:innen erwarten schnelle, reibungslose Abläufe ohne Wartezeiten. Self-Checkout-Lösungen und automatisierte Kassenprozesse funktionieren jedoch nur, wenn alle Systeme im Hintergrund miteinander verbunden sind. Diese Entwicklungen machen deutlich: Nicht einzelne Kanäle entscheiden über den Erfolg, sondern die Fähigkeit, sie technologisch zu integrieren.
Unified Commerce wird oft als umfassendes Transformationsprojekt verstanden. In der Praxis lässt sich der Einstieg gezielt vereinfachen – über das Payment.
Der Bezahlprozess ist der Punkt, an dem alle relevanten Informationen zusammenlaufen: Kund:innen, Produkte, Transaktionen und Kanäle.
Eine integrierte Zahlungsplattform kann daher als Ausgangspunkt dienen, um:
Von dort aus lässt sich die Infrastruktur schrittweise erweitern – ohne bestehende Systeme komplett neu aufzubauen.
Unzer bietet die integrierte Plattform UnzerOne, die Zahlungsprozesse kanalübergreifend verbindet und als Grundlage für Unified-Commerce-Architekturen dient.
Unzer akzeptiert alle gängigen Zahlungsmethoden – von Girocard und Kreditkarten über Mobile Wallets bis hin zu "Buy now, pay later"-Optionen wie Rechnungs- und Ratenkauf, voll digital und mit Bonitätsprüfung in Echtzeit. Die mobilen und stationären Terminal- und Kassenlösungen lassen sich ohne großen Aufwand in bestehende Systeme integrieren.
Unzer bietet ein Gateway für alle Zahlarten – mit flexiblen Integrationsmöglichkeiten über vorkonfigurierte Bezahlseiten, SDKs, Plugins für alle gängigen Shopsysteme sowie die Unzer REST-API.
Auf der Unzer Plattform laufen alle Daten zusammen. So entsteht eine konsistente Datenbasis über alle Kanäle hinweg – als Grundlage für bessere Entscheidungen und optimierte Customer Journeys.
Alle Zahlungs-, Produkt- und Kundendaten sind über das Händler-Dashboard zentral abrufbar. Bestellungen und Rückerstattungen lassen sich verwalten, Warenbestände kanalübergreifend synchronisieren, Kundenbindungsprogramme wie Gutscheine umsetzen – alles in einer Oberfläche.
Über 90.000 Händler:innen aus ganz Europa arbeiten bereits erfolgreich mit diesem System.
Unified Commerce ist keine einmalige Implementierung, sondern ein strategischer Ansatz für den Handel.
Für Händler:innen bedeutet das: Die technologische Grundlage muss bestehende Prozesse integrieren und gleichzeitig flexibel genug sein, um zukünftige Anforderungen abzubilden.
Der Einstieg gelingt am besten dort, wo alle Kanäle bereits zusammenlaufen – im Payment.
Wie Unified Commerce in der Praxis umgesetzt wird und welche Rolle moderne Zahlungsmodelle dabei spielen, zeigt das Unzer Whitepaper: „Unified Commerce: Das Zukunftskonzept für ein besseres Kundenerlebnis“.