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Was Händler:innen über Open Banking wissen müssen

Von Niv Liran, CPTO bei Unzer 

15.05.2026
5 Minuten

Open Banking transformiert die Finanzlandschaft für Händler:innen. Dabei geht es nicht nur darum, dass Banken Daten mit Dritten teilen, sondern um eine veränderte Art und Weise, wie Händler:innen Geschäfte abwickeln und mit Kund:innen interagieren,

Die aktuelle Finanzinfrastruktur erschwert es Händler:innen sich problemlos mit verschiedenen Finanzdienstleistern zusammenzuarbeiten. Gleichzeitig fällt es Kund:innen oft schwer, ihre Finanzen vollständig zu überblicken. Open Banking schafft hier Abhilfe, indem es isolierte Finanzsysteme und abgeschottete Daten durch vernetzte Plattformen und Marktplätze ersetzt. 

Open Banking basiert auf offenen Schnittstellen, auch APIs (aus dem Englischen Application Programming Interfaces) genannt. Diese ermöglichen einen nahtlosen und sicheren Datenaustausch zwischen Banken, Fintechs und Unternehmen. APIs sind also wie Boten, die verschiedene Softwaresysteme miteinander kommunizieren lassen. Dies steht nicht nur für einen riesigen technologischen Fortschritt in der Finanzwelt, sondern fördert auch ein kollaboratives Ökosystem, das Innovationen vorantreibt und bedürfnisorientierte Dienstleistungen schaffen kann.  

Neudefinition von Zahlungsprozessen

Traditionell waren Händler:innen auf gebührenpflichtige Kreditkartennetzwerke angewiesen. Open Banking vereinfacht Zahlungen direkt vom Bankkonto der Kunden. Das senkt die Kosten für Händler:innen und beschleunigt den Transaktionsprozess für Verbraucher:innen. Diese können Summen verzögerungsfrei in Echtzeit und via Sofortüberweisungen freigeben.  

Obwohl Open Banking erhebliche Vorteile bietet, wird es Kreditkarten wohl nicht vollständig verdrängen. Stattdessen werden Händler:innen eher ein duales System erleben: Open Banking könnte in Bereichen wie Online-Transaktionen immer beliebter werden, während Kreditkarten wegen beispielsweise ihrer globalen Nutzbarkeit weiterhin eine wichtige Rolle spielen.  

Sind variable, wiederkehrende Zahlungen die neue Norm?

Variable wiederkehrende Zahlungen (VRPs) stellen eine spannende Möglichkeit für Händler:innen dar. Sie bieten eine sicherere und flexiblere Alternative zu Lastschriften und können so Zahlungsausfälle und Betrug reduzieren. VRPs werden mit Zustimmung der Kund:innen für jede Transaktion durchgeführt, die über sichere APIs authentifiziert wird, und sind sicherer und bequemer als Lastschriften. Es wird jedoch erwartet, dass VRPs bei Händler:innen und Verbraucher:innen schrittweise eingeführt werden, um diese bezüglich der Vorteile und Nutzung umfangreich aufklären zu können. 

Die Suche nach Alternativen zu Giropay und Sofortüberweisung

Mit der Integration von Giropay und Sofortüberweisung in größere Plattformen wie Klarna erkunden Händler:innen neue Zahlungsmethoden. Open Banking bietet eine sichere, direkte Zahlungsoption, die die Funktionalität dieser Dienste nachbildet, jedoch mit verbesserter Sicherheit und Kundenkontrolle. Die bevorstehende Verordnung über den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum wird die Einführung von Open Banking wahrscheinlich vorantreiben und die Voraussetzungen dafür schaffen, dass Echtzeitzahlungen in der EU zum Standard werden.  

Während sich der Finanzsektor weiterentwickelt, zeichnet sich Open Banking als eine entscheidende Entwicklung ab, die Händler:innen genau beobachten sollten. Es handelt sich nicht nur um einen technologischen Wandel, sondern um einen Paradigmenwechsel bei den Dienstleistungen für Händler:innen.

Über den Autor

Niv Liran ist als Chief Product and Technology Officer bei Unzer federführend bei der Produkt- und Entwicklungsstrategie und den Teams von Unzer und nutzt dabei seine umfassende Erfahrung in der Skalierung von Technologieabteilungen. Die Unified-Commerce-Plattform von Unzer, die unter der Leitung von Niv konzipiert wurde, integriert mehrere Vertriebskanäle in eine einzige Echtzeitlösung, die ein konsistentes Kundenerlebnis gewährleistet und Unternehmen umfassende Daten über alle Kontaktpunkte hinweg zur Verfügung stellt.