Vergleich der besten Kassensysteme für den Einzelhandel: Tillhub by Unzer, ready2order, Lightspeed Retail, SumUp und ETRON. Finde das passende System für Dein Geschäft.
Ob Modeboutique, Kiosk oder Lebensmittelladen: Im Einzelhandel ist das Kassensystem ein zentraler Bestandteil des täglichen Geschäfts. Neben dem Kassieren unterstützt es Dich dabei, Warenbestände im Blick zu behalten, Umsätze auszuwerten, verschiedene Verkaufskanäle miteinander zu verknüpfen und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Welche Funktionen dabei besonders wichtig sind, hängt von der Art und Größe Deines Geschäfts ab. Die gute Nachricht: Fast alle modernen Kassensysteme sind heute cloudbasiert – Du hast also von überall Zugriff auf wichtige Daten wie Umsätze, Bestände und Statistiken, ganz ohne eigene Serverwartung.
Dieser Vergleich stellt Dir fünf etablierte, cloudbasierte Kassenlösungen für den Einzelhandel vor und hilft Dir dabei, die passende Lösung für die Anforderungen Deines Geschäfts zu finden:
Diese Kriterien solltest Du beim Vergleich eines Kassensystems für den Einzelhandel beachten:
Unzer bietet mit Tillhub ein All-in-One-Kassensystem für den Einzelhandel, das Funktionen für Warenwirtschaft, Filialverwaltung und rechtssicheres Kassieren vereint. Die Lösung lässt sich flexibel an unterschiedliche Anforderungen und Einzelhandelssegmente anpassen.
Merkmale:
Für wen geeignet: Für Einzelhändler:innen, die Warenwirtschaft, Zahlungsabwicklung und Filialsteuerung aus einer Hand suchen – von kleinen Kiosken und Boutiquen bis zu Supermärkten mit mehreren Standorten.
2. ready2order
ready2order ist eine modular aufgebaute Kassensoftware mit klarem Preis-Leistungs-Fokus für kleinere Einzelhandelsbetriebe.
Merkmale:
Für wen geeignet: Preisbewusste Einzelhändler:innen mit ein bis zwei Kassen. Bei drei oder mehr Filialen mit komplexer Lagerlogistik und Warentransfers zwischen Standorten stößt das System an Grenzen.
3. Lightspeed Retail
Lightspeed Retail ist eine Kassenplattform für den stationären Einzelhandel mit Omnichannel-Anspruch und direkter Onlineshop-Anbindung.
Merkmale:
Für wen geeignet: Bekleidungsgeschäfte und Boutiquen mit großen, variantenreichen Sortimenten sowie wachsende Filialbetriebe mit Omnichannel-Fokus, die Wert auf zentrale Bestandsverwaltung über mehrere Standorte legen.
4. SumUp
SumUp bietet einen unkomplizierten Einstieg ins digitale Kassieren, ursprünglich als mobiles Kartenlesegerät für Kartenzahlungen gestartet.
Merkmale:
Für wen geeignet: Kleine Einzelhandelsgeschäfte, Kioske und mobile Verkaufsformen, die einen kostengünstigen Einstieg suchen. Wer KassenSichV-Konformität und tiefere Warenwirtschaft braucht, sollte direkt zum Pro-Tarif greifen.
5. ETRON
ETRON bietet modular aufgebaute Kassensysteme für Handel und Dienstleistung, die sich flexibel um Warenwirtschaft und Onlineshop erweitern lassen.
Merkmale:
Für wen geeignet: Kleine und mittelständische Lebensmittelhändler:innen sowie Einzelhändler:innen mit Bedarf an einzeln zubuchbaren Modulen.
Kategorie | Tillhub by Unzer | ready2order | Lightspeed Retail | SumUp | ETRON |
|---|---|---|---|---|---|
Warenwirtschaft | Ja | Ja | Ja | Basis (Pro umfangreicher) | Ja |
Barcode-Scanner | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Multi-Filial-Verwaltung | Ja | Eingeschränkt | Ja | Eingeschränkt | Ja |
Rabatt-/Gutscheinsystem | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Eigene mobile Lösung | POS Go | readyGo 2 | Via iPad | Tap to Pay/Solo | Ja |
Offline-Modus | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
Die technische Sicherheitseinrichtung (TSE) für elektronische Kassensysteme ist bereits seit 2020 verpflichtend: Sämtliche Kassenvorgänge müssen laut Kassensicherungsverordnung (KassenSichV) lückenlos und fälschungssicher aufgezeichnet werden. Ergänzend dazu schreibt die einheitliche Schnittstelle DSFinV-K vor, dass die kompletten Kassendaten in einem Format vorliegen, das Finanzämter direkt maschinell prüfen können.
Neu seit dem 1. Januar 2025: Meldepflicht beim Finanzamt. Elektronische Kassensysteme mit TSE müssen digital über das ELSTER-Portal gemeldet werden – bei Neuanschaffung innerhalb eines Monats, ebenso bei Außerbetriebnahme. Wer diese Meldepflicht versäumt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 25.000 Euro.
Zwei weitere Änderungen zeichnen sich ab, sind aber noch nicht endgültig beschlossen: Laut Koalitionsvertrag soll ab 2027 eine Registrierkassenpflicht für Betriebe ab 100.000 Euro Jahresumsatz kommen, wodurch offene Ladenkassen für diese Gruppe wegfallen würden – noch offen ist, ob sich die Grenze am Bar- oder am Gesamtumsatz bemisst. Parallel dazu könnte das Steuerfortentwicklungsgesetz die Belegausgabepflicht bei Kleinbeträgen unter 30 Euro abschaffen, im Gegenzug aber die Strafen für Kassenmanipulation auf bis zu fünf Jahre Freiheitsstrafe anheben (Stand: Juni 2026).
Alle sechs in diesem Artikel vorgestellten Anbieter erfüllen grundsätzlich die Anforderungen der KassenSichV sowie der GoBD – bei SumUp gilt das allerdings nur für den Pro-Tarif, nicht für die kostenlose Basisversion. Ein papierbasiertes Kassenbuch reicht für elektronische Kassen damit nicht mehr aus – unabhängig davon, ob es sich um eine stationäre Touchkasse oder eine mobile Tablet-Lösung handelt.
Nicht jedes System ist für jeden Einsatzbereich oder jedes Handelssegment gleich gut geeignet. Drei Beispiele zeigen, worauf es ankommt:
In Fachgeschäften mit großer Produktvielfalt oder höherpreisigen Produkten – etwa Modeboutiquen, Optiker- oder Juwelierläden – sind eine übersichtliche Verwaltung von Produktvarianten und flexible Zahlungsoptionen besonders wichtig. Tillhub by Unzer unterstützt Artikelvarianten sowie Splitzahlungen und bietet individuelle Kundenprofile, in denen sich beispielsweise Kaufhistorie, Kundenwünsche oder Notizen hinterlegen lassen. Auch ein filialübergreifender Bestandsausgleich ist möglich. ready2order unterstützt ebenfalls Artikelvarianten für Größe und Farbe sowie Splitzahlungen. SumUp und ETRON bieten jeweils eine Variantenfunktion. Lightspeed Retail arbeitet mit benutzerdefinierten Tags und Kategorien für Marke, Farbe und Größe, um auch große Sortimente durchsuchbar zu machen.
Verderbliche Ware mit engem Zeitfenster und wechselnde Preise je nach Saison, Sorte oder Qualität prägen dieses Segment. Tillhub by Unzer bietet spritzwasserfeste Hardware und Preisbücher, mit denen sich unter anderem Rabatte sowie unterschiedliche Preise für bestimmte Filialen oder Zeiträume festlegen lassen. Zudem zählt Fleurop zu den Großkunden. ready2order unterstützt ebenfalls variable Preise sowie den Verkauf per Stück oder im Bund.
Für den Einsatz außerhalb eines festen Kassenplatzes – etwa am Marktstand, auf Events oder als Zusatzkasse bei Stoßzeiten – zählt vor allem kompakte, akkubetriebene Hardware. Tillhub by Unzer (POS Go) und ready2order (readyGo 2) bieten dafür jeweils ein eigenes mobiles All-in-One-Gerät mit Kasse, Scanner, Drucker und Kartenterminal in einem. SumUp ist durch iPad-basierte Hardware und Tap to Pay ebenfalls mobil einsetzbar, ohne ein eigenes kompaktes Gerät. ETRON und Lightspeed Retail ermöglichen mobile Nutzung über Tablet, bieten aber kein eigenes kompaktes Gerät an.
Anbieter | Fachgeschäfte (Mode, Optik, Schmuck) | Floristik | Mobiler Verkauf |
|---|---|---|---|
Tillhub by Unzer | Splitzahlung, Artikelvarianten, individuelle Kundenprofile, Bestandsausgleich zwischen Filialen | Spritzwasserfeste Hardware, Preisbücher für flexible Preisgestaltung, Fleurop als Großkunde | POS Go als mobiles Gerät |
ready2order | Splitzahlung, eigene Variantenfunktion (Größe/Farbe) | Verkauf per Stück/Bund, flexible Tagespreise | readyGo 2 als mobiles Gerät |
Lightspeed Retail | Tags/Kategorien für Marke, Farbe, Größe | Keine floristik-spezifischen Funktionen | Mobil per Tablet, kein eigenes Gerät |
SumUp | Eigene Variantenfunktion (Größe/Farbe) | Keine floristik-spezifischen Funktionen | Tap to Pay, kein eigenes Gerät |
ETRON | Eigene Variantenfunktion (Größe/Farbe) | Keine floristik-spezifischen Funktionen | Mobil per Tablet, kein eigenes Gerät |
Die Wahl des passenden Kassensystems hängt stark davon ab, wie Dein Geschäft heute aufgestellt ist – und wie Du in Zukunft wachsen möchtest. Eine Modeboutique hat andere Anforderungen als ein Blumenladen oder ein Filialbetrieb mit mehreren Standorten.
Systeme, die Warenwirtschaft, Zahlungsabwicklung und Filialsteuerung in einer Plattform bündeln – wie Tillhub by Unzer –, reduzieren Komplexität und verringern den Aufwand für zusätzliche Schnittstellen zu externen Anbietern. Bei sehr spezifischen Anforderungen kann dagegen ein stärker spezialisierter Anbieter die passendere Wahl sein. Neben dem Funktionsumfang solltest Du bei der Entscheidung auch auf transparente Preise, eine gute Skalierbarkeit bei einem wachsenden Sortiment und die Qualität des Supports achten. Denn gerade im stressigen Ladenalltag kann ein verlässlicher Ansprechpartner den entscheidenden Unterschied machen.
Wie hoch sind die Kosten für ein Kassensystem im Einzelhandel?
Die monatlichen Kosten liegen je nach Anbieter und Funktionsumfang meist zwischen rund 20 und 170 Euro, zuzüglich TSE-Gebühr, sofern diese nicht bereits enthalten ist. Hinzu kommen bei manchen Anbietern Transaktionsgebühren pro Kartenzahlung sowie einmalige Kosten für Einrichtung oder Hardware, die in die Gesamtkalkulation einfließen sollten.
Welches Kassensystem für den Einzelhandel mit Warenwirtschaft ist empfehlenswert?
Tillhub by Unzer, ready2order, Lightspeed Retail und ETRON bieten alle eine integrierte Warenwirtschaft mit automatischer Bestandsaktualisierung bei jedem Verkauf. SumUp deckt in der kostenlosen Basisversion nur grundlegende Lagerfunktionen ab, eine umfangreichere Warenwirtschaft gibt es erst im Pro-Tarif. Für Filialbetriebe lohnt sich zusätzlich ein Blick auf die filialübergreifende Bestandsübersicht.
Eignen sich iPad/Tablet-Kassensysteme für den Einzelhandel?
Ja, Tablet-Kassensysteme bzw. iPad-Kassensysteme eignen sich für den Einzelhandel überall dort, wo eine aufwendige Hardware-Installation vermieden werden soll – von der kleinen Boutique bis zum Marktstand. Tillhub by Unzer und SumUp laufen beide auf dem iPad, ready2order bietet mit dem readyTab eine eigene Tablet-Kasse mit integriertem Drucker und Scanner. Alle drei Systeme lassen sich bei Bedarf um Bondrucker, Kassenlade oder Barcode-Scanner erweitern, ohne dass ein fester Kassenplatz notwendig ist.
Welches mobile Kassensystem eignet sich für den Einzelhandel?
Für mobiles Kassieren, etwa auf der Verkaufsfläche, am Marktstand oder bei Events, bieten Tillhub by Unzer (POS Go) und ready2order (readyGo 2) jeweils ein eigenes mobiles All-in-One-Gerät mit Kasse, Scanner, Drucker und Kartenterminal in einem. SumUp lässt sich über iPad-Hardware und Tap to Pay ebenfalls mobil einsetzen. Alle synchronisieren Verkäufe automatisch mit der Warenwirtschaft, sobald wieder eine Internetverbindung besteht.
Welche gesetzlichen Anforderungen muss ein Kassensystem im Einzelhandel erfüllen?
Elektronische Kassensysteme benötigen seit 2020 eine zertifizierte TSE nach KassenSichV und müssen GoBD-konform Daten speichern. Seit 2025 kommt eine Meldepflicht beim Finanzamt über ELSTER hinzu. Ab 2027 ist zudem eine Registrierkassenpflicht für Betriebe über 100.000 Euro Jahresumsatz im Gespräch, das Gesetz ist aber noch nicht final verabschiedet.
Kassensystem kaufen oder mieten – was lohnt sich für den Einzelhandel mehr?
Die meisten vorgestellten Systeme werden im Abo-Modell angeboten statt fest gekauft. Das hat den Vorteil, dass TSE-Updates, Wartung und neue Funktionen automatisch inklusive sind. Ein einmaliger Kauf mit eigener Hardware lohnt sich meist nur bei sehr stabilen, langfristig gleichbleibenden Anforderungen ohne geplantes Wachstum.
Welches Kassensystem eignet sich für ein Modegeschäft mit Warenwirtschaft?
Für Modegeschäfte mit vielen Größen- und Farbvarianten bieten Tillhub by Unzer, ready2order, SumUp und ETRON jeweils Funktionen zur Verwaltung von Artikelvarianten. Lightspeed Retail arbeitet mit benutzerdefinierten Tags für Marke, Farbe und Größe, um große Sortimente durchsuchbar zu machen. Tillhub by Unzer bietet darüber hinaus einen filialübergreifenden Bestandsausgleich, etwa um Ware je nach Nachfrage zwischen Standorten zu verschieben.