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Nach dem Aus von Sofortüberweisung und giropay: Wie Du mit Wero und Unzer Direktüberweisung Zahlungen per Online-Banking in Shopify ermöglichst.
Seit dem Aus von Sofortüberweisung und giropay Ende 2024 fehlt vielen Onlinekäufer:innen in Deutschland eine vertraute Bezahloption: direkt vom eigenen Bankkonto zahlen, ohne Kreditkarte und ohne Umweg über einen Drittanbieter wie PayPal.
Wie stark sich das Fehlen einer Zahlart auf die Conversion auswirken kann, zeigt eine Umfrage aus 2023: 43% der Konsument:innen in Deutschland haben einen Kauf schon einmal abgebrochen, weil ihre bevorzugte Bezahlmethode im Checkout nicht verfügbar war (C Space (im Auftrag von Visa): „Bevölkerungsumfrage unter Konsument:innen in Deutschland“ (2023)).
Mit Wero und der Unzer Direktüberweisung stehen inzwischen zwei neue Lösungen bereit, die die entstandene Lücke schließen – beide ermöglichen kontobasierte Zahlungen direkt vom Bankkonto, unterscheiden sich aber in der technischen Umsetzung, ihrer Verbreitung und den Einsatzmöglichkeiten. In diesem Artikel erfährst Du, wie beide Zahlarten funktionieren und wie Du sie in Deinen Shopify-Shop einbindest.
Hinter Wero steht die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von mehr als 16 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Ziel ist es, eine europaweit einheitliche Wallet-Infrastruktur zu etablieren und den europäischen Zahlungsverkehr langfristig unabhängiger von internationalen Kartennetzwerken und Wallet-Anbietern zu machen. Unzer ist seit Juni 2025 Principal Member der EPI und gehörte zu den ersten Zahlungsanbietern, die Wero für Online-Händler:innen eingeführt haben. Zu den ersten Referenzen zählen unter anderem Fahrrad.de, Dirts, Decathlon und TÜV Hessen.
Im Checkout wählen Kund:innen Wero als Zahlungsmethode aus, scannen einen QR-Code oder öffnen einen Zahlungslink und bestätigen die Zahlung per starker Kundenauthentifizierung (SCA) in ihrer Banking- oder Wero-App. Die Zahlung erfolgt über SEPA Instant Credit Transfer und wird in der Regel innerhalb weniger Sekunden ausgeführt. Neben einmaligen Zahlungen unterstützt Wero künftig auch wiederkehrende und ereignisbasierte Zahlungen, beispielsweise für Abonnements. Die Zahlungsfreigabe wird kryptografisch abgesichert.
Aktuell wird Wero von führenden Banken in Deutschland, Frankreich und Belgien unterstützt und verarbeitet Zahlungen ausschließlich in Euro. Für 2026 plant Unzer die Erweiterung auf zusätzliche Anwendungsfälle wie In-Store-Zahlungen, Abonnements und Treueprogramme sowie die Aktivierung für Kund:innen in Luxemburg.
Die Unzer Direktüberweisung wurde gemeinsam mit Mastercard entwickelt und ist seit Januar 2025 in Deutschland verfügbar. Die Zahlart kann in allen SEPA-Ländern genutzt werden; eine schrittweise Ausweitung auf weitere europäische Märkte ist geplant.
Technisch basiert die Lösung auf der Open-Banking-Plattform von Mastercard. Kund:innen werden im Checkout direkt zu ihrem Online-Banking weitergeleitet und authentifizieren die Zahlung mit dem jeweiligen Verfahren, das sie bereits von ihrer Bank bzw. Banking-App kennen – beispielsweise per Einmalkennwort (OTP), Fingerabdruck oder Gesichtserkennung. Ein zusätzliches Nutzerkonto oder eine separate App sind nicht erforderlich; der bestehende Bank-Login genügt.
Darüber hinaus plant Unzer eine Whitelabel-Variante der Direktüberweisung. Damit lässt sich der Bezahlprozess künftig stärker an das eigene Shop-Branding anpassen – insbesondere für Händler:innen relevant, die besonderen Wert auf ein konsistentes Markenerlebnis legen.
Wer bislang Sofortüberweisung genutzt hat, findet in der Unzer Dokumentation eine Migrationsanleitung für den Umstieg auf Unzer Direktüberweisung.
Unzer war einer der ersten Payment Service Provider, die Wero für den deutschen E-Commerce verfügbar machten. Parallel dazu bietet Unzer mit Direktüberweisung eine eigene Open-Banking-Lösung an – als Shopify-Händler:in bekommst Du beide kontobasierten Verfahren von einem Zahlungsanbieter.
Wero | Direktüberweisung | |
|---|---|---|
Verfahren | Klassische Banküberweisung (wie Vorkasse) | Klassische Banküberweisung (wie Vorkasse) |
Träger | European Payments Initiative (EPI) | Unzer (Open-Banking-Partnerschaft mit Mastercard) |
Authentifizierung | Starke Kundenauthentifizierung in Banking- oder Wero-App | Starke Kundenauthentifizierung in Banking-App |
Verfügbarkeit | Deutschland, Frankreich, Belgien – weitere Länder werden laufend aktiviert | Deutschland, Österreich, Niederlande, Belgien – alle SEPA-Länder |
Abwicklungsdauer | Echtzeit | Echtzeit (sofern von Kundenbank unterstützt) |
Zielgruppe | App-affine Kund:innen, die eine europäische PayPal-Alternative suchen | Kund:innen, die klassisches Online-Banking gewohnt sind |
Beide Zahlarten stehen als offizielle Shopify-Apps von Unzer zur Verfügung:
Beide Lösungen laufen über UnzerOne, die integrierte Zahlungsplattform von Unzer. Das bedeutet für Dich: Du hast nur einen Vertragspartner, eine technische Anbindung und ein gemeinsames Reporting – selbst wenn Du beide Zahlarten parallel anbietest.
Für beide Zahlarten sind 2026 weitere Ausbaustufen geplant.
Bei Wero stehen zusätzliche Einsatzmöglichkeiten im Fokus. Geplant sind unter anderem Zahlungen am Point of Sale, die Unterstützung von Abonnements und Treueprogrammen sowie die Einführung für Kund:innen in Luxemburg.
Die Direktüberweisung soll im Zuge der schrittweisen europäischen Expansion in weiteren Märkten außerhalb Deutschlands und Österreich verfügbar werden.
Ist Direktüberweisung dasselbe wie Wero?
Nein. Die Unzer Direktüberweisung ist eine Open-Banking-Lösung, die gemeinsam mit Mastercard entwickelt wurde. Wero ist dagegen eine europäische Wallet der European Payments Initiative (EPI). Beide ermöglichen kontobasierte Zahlungen, unterscheiden sich jedoch in ihrer technischen Umsetzung und ihrem Nutzungskonzept.
Wie schnell werden Zahlungen mit Wero und Direktüberweisung verarbeitet?
Wero verarbeitet Zahlungen über SEPA Instant Credit Transfer in der Regel innerhalb weniger Sekunden. Bei der Unzer Direktüberweisung erfolgt die Prüfung der Kontodeckung nahezu in Echtzeit. Der Zeitpunkt der Auszahlung an Händler:innen richtet sich nach den jeweiligen Auszahlungsprozessen. Bei beiden Zahlungsarten werden Echtzeitüberweisungen durchgeführt – sofern die Kundenbank das Verfahren unterstützt.
Fallen bei Direktüberweisung oder Wero Gebühren an?
Die Gebühren richten sich nach Deinem individuellen Vertrag mit Unzer und können je nach Geschäftsmodell variieren. Da beide Verfahren ohne Kartennetzwerke auskommen, entfällt die klassische Interchange-Gebühr, die bei Kartenzahlungen anfällt. Informationen zu den konkreten Konditionen erhältst Du direkt bei Unzer.
Wie werden Rückerstattungen abgewickelt?
Sowohl bei Wero als auch bei der Unzer Direktüberweisung sind vollständige und teilweise Rückerstattungen möglich, eine Stornierung vor Abschluss der Zahlung jedoch nicht.
Können Kund:innen Wero auch grenzüberschreitend nutzen?
Ja. Kund:innen können in den teilnehmenden Wero-Märkten (aktuell Deutschland, Frankreich, Belgien) ebenso einfach zahlen wie im Heimatland, sofern ihre Bank Wero unterstützt. Die EPI (European Payments Initiative) verfolgt langfristig eine Interoperabilität über 15 europäische Länder.
Brauchen Kund:innen eine spezielle App, um mit Wero zu bezahlen?
Nein. Kund:innen benötigen lediglich eine Banking-App, die Wero unterstützt, oder die eigenständige Wero-App. Die Zahlungsfreigabe erfolgt anschließend direkt über die jeweilige App.
Wie aufwendig ist die technische Integration in Shopify?
Beide Zahlarten stehen als offizielle Shopify-Apps von Unzer zur Verfügung und lassen sich ohne aufwendige Individualentwicklung integrieren. Da sowohl Wero als auch die Unzer Direktüberweisung über UnzerOne laufen, ist auch bei paralleler Nutzung keine doppelte Vertragsanbindung nötig.