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Girocard, Mobile Payment, BNPL & Co.: Welche Bezahlmethoden dominieren 2026 im deutschen Handel? Die wichtigsten Erkenntnisse aus der aktuellen EHI-Studie.
Das Zahlungsverhalten in Deutschland verändert sich – an der Ladenkasse und online. Bargeld verliert kontinuierlich Anteile, die Girocard bleibt Marktführerin, aber internationale Debitkarten und das Smartphone holen rasant auf. Im E-Commerce dominieren PayPal und Rechnungskauf, doch der Druck auf Händler:innen, einen breiten Zahlungsmix anzubieten, wächst.
In diesem Artikel zeigen wir Dir anhand aktueller Zahlen des EHI Retail Institute (EHI Retail Institute: Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ / EHI Handelsmagazin „stores+shops Payment Special 2026“ / EHI-Erhebung „Online-Payment 2026“), welche Bezahlmethoden im deutschen Handel derzeit am meisten genutzt werden, welche Trends sich abzeichnen und welche Konsequenzen sich daraus für Händler:innen ergeben.
Im Jahr 2025 wurden im stationären deutschen Einzelhandel mehr als 65 Prozent des Umsatzes mit Karten bezahlt. Gleichzeitig fiel der Bargeldanteil erstmals unter die Ein-Drittel-Schwelle.
Zahlungsart | Umsatzanteil 2025 |
|---|---|
Girocard | 40,5% |
Bargeld | 32,3% |
Internationale Debitkarten (Visa Debit, Debit Mastercard) | 9,4% |
Kreditkarte | 8,2% |
SEPA-Lastschrift | 6,4% |
Rechnung / Ratenkauf | 2,0% |
Handelskarte | 0,6% |
Sonstige (Gutscheine etc.) | 0,6% |
Die Girocard bleibt das meistgenutzte kartengestützte Zahlungsmittel. Sie verliert aber zum zweiten Jahr in Folge Anteile – vor allem an internationale Debitkarten (Visa Debit, Debit Mastercard), die nun bei 9,4 Prozent liegen und damit erstmals klassische Kreditkarten überholt haben.
Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Ausgabe neuer Debitkarten durch Direktbanken: Immer häufiger erhalten Kund:innen statt einer Girocard eine Visa Debit oder Debit Mastercard als Standardkarte.
Für Händler:innen wird die Akzeptanz internationaler Debitkarten damit immer wichtiger. Gleichzeitig ergeben sich dadurch höhere Kosten: Die Girocard kostet im Durchschnitt 0,177 Prozent vom Umsatz, Visa Debit und Debit Mastercard zwei- bis dreimal so viel.
Der dynamischste Trend im stationären Handel ist Mobile Payment, also das Bezahlen über ein Smartphone oder eine Smartwatch. Knapp 20 Prozent aller kartengestützten Transaktionen wurden 2025 mobil abgewickelt – über Apple Pay, Google Pay oder die Banking-App der Hausbank. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 13 Prozent.
Technische Grundlage ist die nahezu flächendeckende Installation von Kartenlesegeräten mit NFC-Schnittstelle, die kontaktloses Bezahlen ermöglicht.
Verbraucher:innen schätzen vor allem die hohe Geschwindigkeit des mobilen Bezahlens (unter 10 Sekunden), bei der die physische Karte nicht benötigt wird. Gerade jüngere Zielgruppen erwarten diese Bezahlmöglichkeit inzwischen selbstverständlich.
Online gelten andere Regeln. Im deutschen E-Commerce-Markt dominieren digitale Wallets, „Buy now, pay later“ (BNPL) und kontobasierte Zahlungsarten.
Zahlungsart | Umsatzanteil 2025 | Verbreitung Top-1.000-Shops |
|---|---|---|
PayPal | 28,7% | 95% |
Kauf auf Rechnung | 26,1% | 80% |
Lastschrift / Bankeinzug | 14,4% | 82% |
Kredit-/Debitkarten (Visa, Mastercard) | 13,7% | 94% |
Ratenzahlung / Finanzierung | 4,7% | 74% |
Überweisung / Vorkasse | 3,5% | 75% |
Zahlung bei Abholung | 3,5% | 52% |
Apple Pay | 1,3% | 46% |
Kundenkarten | 1,3% | k.A |
Sofortüberweisung | 0,9% | k.A |
Amazon Pay | 0,06% | 42% |
Gutscheinkarten | 0,06% | k.A. |
Sonstige (Google Pay, Nachnahme u. a.) | 0,9% | k.A. |
PayPal führt mit knapp 29 Prozent Umsatzanteil und ist gleichzeitig in 95 Prozent der Top-1.000-Onlineshops verfügbar. Der Rechnungskauf bleibt mit 26 Prozent auf hohem Niveau und zeigt die anhaltende Präferenz vieler Verbraucher:innen, erst nach dem Erhalt der Ware zu zahlen und bei Bedarf unkompliziert zurückschicken zu können. Eine Möglichkeit zur Ratenzahlung ist besonders bei höherpreisigen Produkten relevant, z. B. bei Möbeln oder Elektronik. Händler:innen, die hier keine BNPL-Option anbieten, riskieren Kaufabbrüche.
Bemerkenswert: Apple Pay liegt umsatzseitig nur bei 1,3 Prozent, ist aber bereits in fast der Hälfte der großen Shops verfügbar. Das Wachstumspotenzial ist erheblich – insbesondere da Mobile-Shopping-Anteile kontinuierlich steigen.
Betrachtet man stationären und Online-Handel gemeinsam, ergibt sich folgendes Zahlarten-Ranking:
Zahlungsart | Umsatzanteil stationär + online 2025 |
|---|---|
Girocard | 33,9% |
Bargeld | 27,1% |
Kredit- / Debitkarte (inkl. New Debits) | 17,0% |
Bankeinzug / Lastschrift | 7,8% |
Rechnung | 5,5% |
PayPal | 4,9% |
Finanzierung | 1,3% |
Sonstige | 1,2% |
Kundenkarte | 0,7% |
Vorkasse | 0,6% |
Das unterstreicht: Omnichannel-Händler:innen brauchen einen anderen Payment-Mix als rein stationäre oder reine E-Commerce-Händlerinnen.
Das EHI prognostiziert, dass der kartengestützte Umsatzanteil im stationären Handel bis 2030 auf über 70 Prozent steigt und Bargeld auf 26 Prozent sinkt. Internationale Debitkarten werden dabei der stärkste Wachstumstreiber sein.
Zwei europäische Initiativen und Alternativen zu US-dominierten Zahlungssystemen könnten dieses Bild noch verändern:
Deutschland ist kein Bargeldland mehr. Die Girocard dominiert stationär, verliert aber kontinuierlich an internationale Debitkarten. Im E-Commerce regieren PayPal und Rechnungskauf. Das Smartphone wird zur wichtigsten Bezahlplattform. Und mit Wero und dem digitalen Euro steht eine europäische Neuordnung des Zahlungsmarkts bevor.
Für Händler:innen bedeutet das: Der Payment-Mix ist keine statische Infrastrukturentscheidung, sondern ein strategischer Hebel mit direktem Einfluss auf Umsatz, Kosten und Kundenzufriedenheit. Wer die richtigen Zahlungsarten anbietet, auf faire Konditionen achtet und neue Entwicklungen frühzeitig einplant, ist für den deutschen Zahlungsmarkt der nächsten Jahre gut aufgestellt.
Unzer unterstützt Dich dabei, diesen Mix kanalübergreifend zu gestalten – effizient über eine zentrale Plattform.