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Bezahlmethoden in Deutschland 2026 – Zahlen & Trends

Girocard, Mobile Payment, BNPL & Co.: Welche Bezahlmethoden dominieren 2026 im deutschen Handel? Die wichtigsten Erkenntnisse aus der aktuellen EHI-Studie. 

22.06.2026
5 minuten

Das Zahlungsverhalten in Deutschland verändert sich – an der Ladenkasse und online. Bargeld verliert kontinuierlich Anteile, die Girocard bleibt Marktführerin, aber internationale Debitkarten und das Smartphone holen rasant auf. Im E-Commerce dominieren PayPal und Rechnungskauf, doch der Druck auf Händler:innen, einen breiten Zahlungsmix anzubieten, wächst. 

In diesem Artikel zeigen wir Dir anhand aktueller Zahlen des EHI Retail Institute (EHI Retail Institute: Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ / EHI Handelsmagazin „stores+shops Payment Special 2026“ / EHI-Erhebung „Online-Payment 2026“), welche Bezahlmethoden im deutschen Handel derzeit am meisten genutzt werden, welche Trends sich abzeichnen und welche Konsequenzen sich daraus für Händler:innen ergeben. 

Die beliebtesten Bezahlmethoden im stationären Handel

Im Jahr 2025 wurden im stationären deutschen Einzelhandel mehr als 65 Prozent des Umsatzes mit Karten bezahlt. Gleichzeitig fiel der Bargeldanteil erstmals unter die Ein-Drittel-Schwelle.  

Umsatz- und Transaktionsanteile im stationären Einzelhandel 2025

Zahlungsart

Umsatzanteil 2025

Girocard

40,5%

Bargeld

32,3%

Internationale Debitkarten (Visa Debit, Debit Mastercard) 

9,4%

Kreditkarte 

8,2%

SEPA-Lastschrift 

6,4%

Rechnung / Ratenkauf 

2,0%

Handelskarte 

0,6%

Sonstige (Gutscheine etc.) 

0,6%

Die Girocard bleibt das meistgenutzte kartengestützte Zahlungsmittel. Sie verliert aber zum zweiten Jahr in Folge Anteile – vor allem an internationale Debitkarten (Visa Debit, Debit Mastercard), die nun bei 9,4 Prozent liegen und damit erstmals klassische Kreditkarten überholt haben. 

Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der Ausgabe neuer Debitkarten durch Direktbanken: Immer häufiger erhalten Kund:innen statt einer Girocard eine Visa Debit oder Debit Mastercard als Standardkarte. 

Für Händler:innen wird die Akzeptanz internationaler Debitkarten damit immer wichtiger. Gleichzeitig ergeben sich dadurch höhere Kosten: Die Girocard kostet im Durchschnitt 0,177 Prozent vom Umsatz, Visa Debit und Debit Mastercard zwei- bis dreimal so viel. 

Mobiles Bezahlen: Der stärkste Wachstumstreiber

Der dynamischste Trend im stationären Handel ist Mobile Payment, also das Bezahlen über ein Smartphone oder eine Smartwatch. Knapp 20 Prozent aller kartengestützten Transaktionen wurden 2025 mobil abgewickelt – über Apple Pay, Google Pay oder die Banking-App der Hausbank. Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 13 Prozent. 

Technische Grundlage ist die nahezu flächendeckende Installation von Kartenlesegeräten mit NFC-Schnittstelle, die kontaktloses Bezahlen ermöglicht.  

Verbraucher:innen schätzen vor allem die hohe Geschwindigkeit des mobilen Bezahlens (unter 10 Sekunden), bei der die physische Karte nicht benötigt wird. Gerade jüngere Zielgruppen erwarten diese Bezahlmöglichkeit inzwischen selbstverständlich. 

Bezahlmethoden im E-Commerce

Online gelten andere Regeln. Im deutschen E-Commerce-Markt dominieren digitale Wallets, „Buy now, pay later“ (BNPL) und kontobasierte Zahlungsarten.  

Die beliebtesten Zahlarten im deutschen E-Commerce

Zahlungsart 

Umsatzanteil 2025 

Verbreitung Top-1.000-Shops 

PayPal

28,7%

95%

Kauf auf Rechnung 

26,1%

80%

Lastschrift / Bankeinzug 

14,4%

82%

Kredit-/Debitkarten (Visa, Mastercard) 

13,7%

94%

Ratenzahlung / Finanzierung 

4,7%

74%

Überweisung / Vorkasse 

3,5%

75%

Zahlung bei Abholung 

3,5%

52%

Apple Pay 

1,3%

46%

Kundenkarten 

1,3%

k.A

Sofortüberweisung 

0,9%

k.A

Amazon Pay 

0,06%

42%

Gutscheinkarten 

0,06%

k.A.

Sonstige (Google Pay, Nachnahme u. a.) 

0,9%

k.A.

PayPal führt mit knapp 29 Prozent Umsatzanteil und ist gleichzeitig in 95 Prozent der Top-1.000-Onlineshops verfügbar. Der Rechnungskauf bleibt mit 26 Prozent auf hohem Niveau und zeigt die anhaltende Präferenz vieler Verbraucher:innen, erst nach dem Erhalt der Ware zu zahlen und bei Bedarf unkompliziert zurückschicken zu können. Eine Möglichkeit zur Ratenzahlung ist besonders bei höherpreisigen Produkten relevant, z. B. bei Möbeln oder Elektronik. Händler:innen, die hier keine BNPL-Option anbieten, riskieren Kaufabbrüche. 

Bemerkenswert: Apple Pay liegt umsatzseitig nur bei 1,3 Prozent, ist aber bereits in fast der Hälfte der großen Shops verfügbar. Das Wachstumspotenzial ist erheblich – insbesondere da Mobile-Shopping-Anteile kontinuierlich steigen. 

Gesamtbild: Stationär und online kombiniert

Betrachtet man stationären und Online-Handel gemeinsam, ergibt sich folgendes Zahlarten-Ranking: 

Umsatzanteile der Zahlarten – stationär und online 2025

Zahlungsart

Umsatzanteil stationär + online 2025

Girocard

33,9%

Bargeld

27,1%

Kredit- / Debitkarte (inkl. New Debits) 

17,0%

Bankeinzug / Lastschrift 

7,8%

Rechnung 

5,5%

PayPal

4,9%

Finanzierung

1,3%

Sonstige

1,2%

Kundenkarte

0,7%

Vorkasse

0,6%

Das unterstreicht: Omnichannel-Händler:innen brauchen einen anderen Payment-Mix als rein stationäre oder reine E-Commerce-Händlerinnen. 

Ausblick 2030: Was kommt?

Das EHI prognostiziert, dass der kartengestützte Umsatzanteil im stationären Handel bis 2030 auf über 70 Prozent steigt und Bargeld auf 26 Prozent sinkt. Internationale Debitkarten werden dabei der stärkste Wachstumstreiber sein. 

Zwei europäische Initiativen und Alternativen zu US-dominierten Zahlungssystemen könnten dieses Bild noch verändern: 

  • Das Echtzeit-Zahlungssystem Wero wurde 2024 als P2P-Lösung eingeführt, 2025 für den E-Commerce geöffnet und soll bald auch stationär verfügbar sein. Vier von zehn befragten Unternehmen der EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026“ schätzen Wero als erfolgversprechend ein. 
  • Der digitale Euro ist politisch auf der Zielgeraden: Eine erste reguläre Ausgabe ist für 2029 geplant. Der Hintergrund ist geopolitisch: Rund zwei Drittel aller Kartenzahlungen im Euroraum laufen über Visa und Mastercard. Mit dem digitalen Euro will die EZB eine europäische Alternative schaffen, die online und offline nutzbar ist. Händler:innen sollen zur Akzeptanz des digitalen Euro verpflichtet werden. Das Gebührenmodell ist noch offen – der Handel fordert maximal 0,1 Prozent. 

Was bedeutet das für Deinen Payment-Mix? 8 konkrete Tipps

  • Girocard-Akzeptanz sicherstellen: Im stationären Handel das meistgenutzte und günstigste Verfahren. Achte darauf, dass kontaktlose und mobile Zahlungen via NFC reibungslos funktionieren.  
  • New Debits einkalkulieren: Visa Debit und Debit Mastercard wachsen unaufhaltsam. Prüfe Deinen Acquirer-Vertrag auf transparente Debit-/Kredit-Differenzierung – viele Mittelständler zahlen pauschal und verlieren so den Interchange-Vorteil.  
  • Mobile Payment reibungslos gestalten: Jede fünfte Kartenzahlung ist bereits mobil. Stelle sicher, dass Apple Pay, Google Pay und Girocard-basierte Wallets an Deinen Terminals funktionieren. 
  • BNPL als Conversion-Hebel nutzen: Rechnungskauf und Ratenzahlung reduzieren die Kaufhürde, der Ratenkauf insbesondere bei höherpreisigen Produkten. Bietest Du BNPL an? 
  • E-Commerce Zahlarten-Mix optimieren: PayPal, Rechnung, Lastschrift, Karte – das sind Deine Pflichtbausteine. Vergiss Apple Pay & Co. für mobile Shopper:innen nicht.  
  • Omnichannel auch im Payment denken: Stationärer und Online-Mix unterscheiden sich erheblich – Payment-Infrastruktur kanalübergreifend denken.  
  • Payment-Infrastruktur vereinfachen / zentralisieren: Die Zahlungsarten für alle Vertriebskanäle über eine einzige Plattform abwickeln – das spart technischen Aufwand und Kosten, schafft ein konsistentes Einkaufserlebnis für Deine Kundschaft und macht das Expandieren leichter. Stichwort: Unified Commerce. 
  • Wero und digitalen Euro auf dem Radar behalten: Mach 2026 eine Payment-Inventur und plane ab 2027 erste Budgets ein – dann bist Du beim Markteintritt beider Systeme im Vorteil. 

Ausblick 2030: Was kommt?

Deutschland ist kein Bargeldland mehr. Die Girocard dominiert stationär, verliert aber kontinuierlich an internationale Debitkarten. Im E-Commerce regieren PayPal und Rechnungskauf. Das Smartphone wird zur wichtigsten Bezahlplattform. Und mit Wero und dem digitalen Euro steht eine europäische Neuordnung des Zahlungsmarkts bevor. 

Für Händler:innen bedeutet das: Der Payment-Mix ist keine statische Infrastrukturentscheidung, sondern ein strategischer Hebel mit direktem Einfluss auf Umsatz, Kosten und Kundenzufriedenheit. Wer die richtigen Zahlungsarten anbietet, auf faire Konditionen achtet und neue Entwicklungen frühzeitig einplant, ist für den deutschen Zahlungsmarkt der nächsten Jahre gut aufgestellt. 

Unzer unterstützt Dich dabei, diesen Mix kanalübergreifend zu gestalten – effizient über eine zentrale Plattform