First Mover: LAVEGO AG setzt nexo Protokoll ein

Seit kurzem ist die LAVEGO AG ein Teil von Unzer. Das hochinnovative Unternehmen ist ein girocard-Netzwerkbetreiber, der seine Plattform PaySphere eigens entwickelt hat. LAVEGO ermöglicht seit über 25 Jahren Einzelhändlern und KMU, kartenbasierte Zahlungen zu akzeptieren und von einer Vielzahl anderer Mehrwertdienste zu profitieren. Ab sofort verwendet LAVEGO Spezifikationen und Protokolle, die von nexo standards entwickelt wurden, um sowohl zu Hause als auch international neue Effizienzgewinne zu erzielen. Doch was heißt eigentlich nexo standards? Welche Vorteile bringt die Vereinheitlichung von Schnittstellen mit sich? Welche Innovationen entstehen daraus? Was bedeutet das für die Anbindung von nationalen Schemes? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Q&A zu nexo standards

Was bedeutet nexo standards?

nexo ist eine von der EU-Kommission parallel zu SEPA geförderte Protokoll-Familie, die eine grenzüberschreitende Verarbeitung von Zahlungen erheblich erleichtern kann. Im Jahr 2014 als Non-Profit-Initiative gegründet, verfolgt die offene, globale Vereinigung das Ziel, bestehende Hindernisse im stark fragmentierten globalen Ökosystem für die Akzeptanz von Zahlungen auszuräumen. Die Mitglieder der Organisation mit Hauptsitz in Brüssel repräsentieren das gesamte Spektrum der Akteure im Payment, einschließlich Acquirern, Netzbetreibern, Zahlungsdienstleistern und Anbietern.

Was sind die Vorläufer der nexo standards?

Die nexo standards wurden 2014 definiert, als drei Initiativen von Zahlungsstandards und -spezifikationen zusammengelegt wurden: EPASOrg, das OSCar-Konsortium und die technische Arbeitsgruppe CIR SEPA-Fast. nexo standards war die erste Organisation, die Payment Acceptance Messages auf der Grundlage von ISO 20022 entwarf und entwickelte. Die Zustellung universeller Standard- und Protokollnachrichten gewährleistet die internationale Interoperabilität verschiedener Geräte und Zahlungssysteme.

Was ist das Ziel von nexo standards?

nexo hat zum Ziel, die verschiedenen, meist proprietären Schnittstellen im Kartenzahlungsverkehr zu harmonisieren. Dazu zählt die Host- oder Acquirer-Schnittstelle, die Kassenschnittstelle (nexo Retail) und die Schnittstelle für das Terminal-Management (TMS, nexo TMS).

Was besagt die Richtlinie ISO 20022?

ISO 20022 wird ebenfalls als UNIFI-Standard (UNIversal Financial Industry message scheme) bezeichnet. Dieser Standard strebt eine weltweite Konvergenz von existierenden und neuen Nachrichtenstandards aus verschiedenen Bereichen des Finanzwesens an. Für die Entwicklung neuer Nachrichten bietet ISO 20022 eine Plattform, die einen einheitlichen Entwicklungs- und Modellierungsprozess von Nachrichten vorgibt. Dies bedeutet, dass Nachrichten in Standardisierungsorganisationen, beispielsweise bei SWIFT (Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunication), entwickelt und unter ISO 20022 als weltweit gültiger Standard verabschiedet werden.¹ Der SEPA-Zahlungsverkehr und nexo basieren auf ISO 20022 Nachrichten. Diese sind im XML-Format und damit sowohl für Menschen als auch Maschinen leicht lesbar.

Was ist nexoFAST?

nexoFAST beschreibt das gesamte Verhalten eines PoS-Terminals. Es geht dabei explizit nicht nur um den Versand von Nachrichten im nexo Acquirer Format, sondern um alle relevanten Themen rund um ein PoS-Terminal.

Was bedeutet nexo TMS?

Das nexo TMS Protokoll beschreibt eine einheitliche Schnittstelle für das Management von PoS-Terminals. Jedes nexoFAST zertifizierte Terminal kann darüber verwaltet werden. Vorteil: ein TMS für alle Hersteller und nicht mehr je Hersteller ein eigenes TMS.

Was ist das nexo Retailer Protocol?

In Deutschland überwiegen die beiden Kassen-Schnittstellen ZVT und OPI. Außerhalb Deutschlands sind sie jedoch unbekannt – dasselbe gilt für die in anderen Ländern verwendeten Kassen-Schnittstellen.nexo Retailer bietet eine einheitliche Schnittstelle für alle Kassensysteme, um Informationen an das PoS-Terminal und an den Host zu schicken.

Wer ist LAVEGO?

Die LAVEGO AG ist technischer Netzbetreiber und Zahlungsinstitut mit Sitz in München und seit kurzem Teil von Unzer. Das Unternehmen verarbeitet neben dem Standardgeschäft auch Transaktionen aus Nischenmärkten wie Tankstellen und unbedienten Terminals in Automaten. Unter Vorbehalt der behördlichen Zustimmung wird die Übernahme durch Unzer voraussichtlich noch im ersten Halbjahr 2021 vollzogen. 

Welche sind die größten Vorteile für Unzer und LAVEGO, wenn sie den nexo standard abbilden können?

LAVEGO ist einer der ersten Anbieter, der das nexo Protokoll parallel zu den vorherrschenden älteren Protokollen auf der eigens dafür entwickelten PaySphere-Plattform einsetzt. Dabei wird die gesamte Protokoll-Familie implementiert – also nexoFAST für die Terminals, nexo Acquirer auf der PaySphere Plattform und nexoTMS für die Verwaltung der Geräte.

Vorteil 1

Unabhängigkeit von Terminalherstellern und deren Software-Entwicklung.

Vorteil 2

Unabhängigkeit bei der Wahl der Terminalhersteller. LAVEGO startet mit Sunmi und Castlestech.

Vorteil 3

nexo wird in Europa fast überall anerkannt. Die Integration von weiteren, nationalen Bezahl-Schemes wie Cartes Bancaires in Frankreich oder Bancontact in Belgien ist damit erheblich einfacher.

Vorteil 4

Das im nexo TMS integrierte Verfahren zum Download von kryptographischen Schlüsseln ermöglicht „Zero Touch Start-up“-Terminals, die nicht manuell konfiguriert werden müssen.

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¹ Quelle: Bundesverband Deutscher Banken: https://bankenverband.de/media/files/ISO-20022_im-ueberblick.pdf , abgerufen am 26.03.2021.