Zahlungsverkehr im Jahr 2021 - Trends und Aussichten

Wie sieht die Zukunft des Bezahlens aus? Vielversprechende Trends und Aussichten definieren die digitale Landschaft. Im laufenden Jahr 2020 wurde ihnen sogar eine überdurchschnittlich hohe Aufmerksamkeit geschenkt - bedingt durch die Corona-Pandemie. Selbige beschleunigte den unvermeidbaren Wechsel hin zu No-Cash-Lösungen, die nunmehr nicht nur den Großteil des digitalen Zahlungsverkehrs (Nachnahme ausgenommen) ausmachen, sondern auch im stationären Handel aufholen. Was erwartet uns im kommenden Jahr 2021?

Zahlungsverkehr: Bestandsaufnahme heute und der letzten Jahre

Die Deutsche Bundesbank hat sich zuletzt im Jahr 2017 das Zahlungsverhalten der Deutschen genauer angeschaut. In der Studie¹ bewertet die Deutsche Bundesbank das Zahlungsverhalten zum damaligen Zeitpunkt und zieht Vergleiche zu einer vorherigen Studie aus dem Jahr 2008, um somit festzustellen, wie Deutsche heut besonders gern zahlen und welche Payment-Lösungen rapide an Popularität einbüßen. Eine grafische Übersicht liefert die Studie selbst:

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Zwischen den erhobenen Jahren 2008 und 2017 lässt sich unschwer feststellen, dass Debit- und Kreditkarten weiter auf dem Vormarsch sind, während die Barzahlung langsam an Marktanteilen einbüßt - aber weiterhin das populärste Zahlungsverfahren überhaupt bleibt. Zum laufenden Jahr 2020 veröffentlichte die Deutsche Bundesbank (bisher) keine Studie, es darf aber ohne große Einschränkungen behauptet werden, dass die eben genannte Entwicklung in diesem Jahr noch weitaus schneller voranschritt. Insbesondere die Corona-Pandemie macht einen bargeld- und kontaktlosen Zahlungsverkehr nahezu notwendig. Selbst traditionelle stationäre Ladengeschäfte bevorzugen EC- und Kreditkarten. Außerdem existieren mittlerweile, anders als noch im Jahr 2008, diverse mobile Payment-Lösungen. Damit entsteht ein weiterer Trend: Zahlungsmöglichkeiten zwischen stationärem und digitalem Handel gleichen sich immer weiter an. War zuvor eine strikte Trennung zu beobachten (Bargeld/EC-Karte lokal, Kreditkarte/E-Payment-Lösungen/Mobile-Payment digital), verschwimmen diese Grenzen mittlerweile. Aus dem Blickwinkel der Verhaltenspsychologie betrachtet, ist das nicht überraschend. Die Vorzüge einer kontaktlosen Bezahlung, die zuvor ausschließlich mit E-Commerce und Digital-Shopping assoziiert wurden, erfahren nun auch die Verbraucher, die bisher den stationären Handel bevorzugten. Das beschleunigt die Umgewöhnung und hilft dabei, kontaktlose Bezahlverfahren mitunter schon in naher bis mittelfristiger Zukunft zum neuen Standard avancieren zu lassen. Eine weitere Studie samt Grafik² aus dem Hause BearingPoint belegt das: Bargeld ist längst nicht mehr so populär wie ursprünglich. Immer mehr Deutsche können sich sogar eine vollständige Abkehr von Scheinen und Münzen vorstellen.

Trend #1 - Mobile-Payments auf dem Vormarsch

Der wohl wichtigste Trend, auch im kommenden Jahr, heißt „mobile Payments". Wie aus einer detaillierten Analyse³ hervorgeht, wird im aktuellen Jahr 2020 ein Transaktionsvolumen von 8.309 Millionen Euro für Mobile POS Payments erwartet - was für das Jahr 2024 bereits auf rund 45.500 Millionen Euro prognostiziert wird. Bezahlen mit dem Smartphone (und weniger häufig dem Tablet) gewinnt zusehends an Bedeutung. Zahlten noch im Jahr 2017 lediglich rund 400.000 Nutzer am POS mit mobilen Geräten, sollen es im Jahr 2024 bereits rund 19,5 Millionen Verbraucher sein. Sowohl im stationären Handel als auch weiterhin im E-Commerce bleibt der schnelle, mobile Zahlungsverkehr also an der Speerspitze der Payment-Trends. Zugänglich ist dem auch, dass mittlerweile viele etablierte Anbieter Mobile-Payment-Lösungen anbieten und sich selbige außerdem mit Karten, beispielsweise Kreditkarten, verknüpfen lassen. „Mobile" zu zahlen bedeutet aus Sicht der Verbraucher deshalb nicht zwangsläufig, Konten aufladen oder neue Konten anlegen zu müssen. Der aktuelle Trend untermauert stattdessen, das mobile Endgerät als flexible Zahlungslösung einzusetzen, die sich wiederum mit bereits stärker etablierten Payment-Verfahren synchronisieren lässt. Das erleichtert aus Verbrauchersicht maßgeblich den Einstieg. Beschleunigt wurde der Anstieg der Mobile-Payment-Prognose auch durch den Covid-19-Effekt, welcher in der oben genannten statistischen Erhebung bereits berücksichtigt wurde.

Trend #2 - Noch stärkerer Fokus auf Payment-Plattformen

Der Zahlungsverkehr der Zukunft soll:

unmittelbar

transparent

und friktionslos sein.

Das gelingt insbesondere kompletten Zahlungsplattformen, namentlich beispielsweise PayPal, die seit jeher als größte E-Payment-Plattform in Deutschland agieren. Im asiatischen Raum ist es WeChat Pay, welches den klassischen Zahlungsmethoden, beispielsweise Überweisung, den Rang abläuft. Mittlerweile bringen Verbraucher diesen alternativen Zahlungsmethoden einen großen Vertrauensvorschuss entgegen, der aber nicht unbegründet ist. Vertreter wie PayPal sind bereits seit langer Zeit am Markt etabliert und empfehlen sich, aufgrund der vorteilhaften Gebührenstruktur gegenüber Verbrauchern, sowohl für kleine als auch große Rechnungsbeträge. Der identische Vorteil, den Mobile-Payment-Lösungen mitbringen, die Schnittstellen hin zu klassischen Zahlungsmethoden wie Kreditkarte und Girokonto, avanciert auch bei diesen Payment-Plattformen zum Pluspunkt. Sowohl dem ersten als auch diesem Trend spielt der gesellschaftliche Wandel in die Karten. Die „Generation Z", aufgewachsen mit dem Internet und Smartphones, kommt zusehends in das erwerbstätige Alter. Diese Verbraucher der Zukunft schätzen technisch fortschrittliche, kontaktlose und schnelle Bezahlungslösungen und nehmen die klassische SEPA-Überweisung schon heute nur noch als Randerscheinung wahr.

Trend #3 - Home Automation und Smart Speaker

Amazon hat im Jahr 2014 mit Alexa einen Stein losgetreten. Smart Speaker, die es mittlerweile beispielsweise auch von Google oder Apple gibt, dienen aktuell noch primär einer Steigerung des Komforts im eigenen Zuhause. Verbraucher suchen über die Sprachassistenten nach Informationen, spielen Musik ab oder kaufen ein. Wie eine Studie⁴ aus dem Jahr 2018 zeigt, waren aber schon zum damaligen Zeitpunkt 28 % aller Sprachassistenten-Nutzer bereit, selbige auch eine Zahlung für sie erledigen zu lassen. Schnittstellen zwischen Zahlungsarten und Sprachassistenten werden künftig zur Norm, nicht zuletzt deshalb, weil die intelligenten Assistenten schon jetzt weitaus mehr Aufgaben zuverlässig erledigen, als das noch vor einigen Jahren der Fall war.

Trend #4 - Kryptowährungen erleben womöglich eine Renaissance

Es ist erst rund drei Jahre her, da eilten Kryptowährungen rund um Ethereum, Bitcoin oder Chainlink von einem Hoch zum Nächsten - danach kam der Kurseinbruch. Mittlerweile haben sich nicht nur die Kurse erholt, auch werden viele Kryptowährungen mittlerweile stärker für das genutzt, für was der Bitcoin ursprünglich "erfunden" wurde - als Zahlungsmittel! Längst bieten viele Händler Zahlungen über einige der Kryptowährungen an. Die eigentlichen Vorteile von Bitcoin und Co. sind erhalten geblieben. Transaktionen lassen sich über die Blockchain transparent verfolgen, weshalb Händler sofort wissen, wann eine Zahlung unwiderruflich abgeschickt wurde. Des Weiteren mischen mittlerweile auch „Big Player“ wie VISA in dem Geschäft mit. Im Hintergrund hat sich indes ebenfalls viel getan. Die Blockchain, die Technologie, die hinter den Kryptowährungen steht, optimiert bereits einige der Geschäftsprozesse bei großen Unternehmen. Des Weiteren wurde die Handhabung von Kryptowährungen durch sichere mobile-Wallets, QR-Codes und Vanity-Wallet-URLs maßgeblich vereinfacht. In naher Zukunft werden Kryptowährungen weiterhin eine Nischenrolle für technisch versierte Verbraucher einnehmen, es ist aber nicht auszuschließen, dass sie ihren Marktanteil insgesamt vergrößern - und damit vom Trend des kontaktlosen, schnellen Zahlungsverkehrs ebenfalls profitieren.

Trend #5 - Vielfalt gibt den Ton an

Unabhängig davon, wie stark sich welcher Trend durchsetzt, bleibt eine Prämisse in Zukunft nicht nur erhalten, sondern dominiert weiter das Verbraucherverhalten: Vielfalt! Mit Unzer erhalten Händler Zugriff auf eine flexible, agile und vielseitige Payment-Lösung, ohne sich um die einzelnen Kanäle und Zahlungsverfahren zu sorgen- während sie zugleich von weiteren Services wie dem Risikomanagement profitieren. Sowohl im Internet als auch am stationären POS kommuniziert Vielfalt bei den Zahlungsarten eine verbraucherorientierte Ausrichtung, positioniert die Marke als digitalen Innovator und hilft sowohl Conversion-Raten zu optimieren als auch Abbruchquoten im Warenkorb zu reduzieren. Der Trend zu Vielfalt ist insbesondere in den Übergangsjahren, von klassischen hin zu digitalen Zahlungsarten, nie zu unterschätzen - so wie wir sie gerade erleben.

Weiter Informationen zu den Payment Trends für das Jahr 2021 finden Sie in unserem neuen White Paper.

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