Einstieg in den E-Commerce - Fünf Tipps für Neustarter

Die virtuellen Marktplätze wachsen immer weiter und der stationäre Einzelhandel wandert zunehmend in die Online-Welt. Das Verkaufen von Waren und Dienstleistungen über das Internet bietet viele Vorteile wie Flexibilität und verringerte Kosten. Dabei erfordert der Aufbau eines eigenen Online-Shops eine gute Planung mit vielen strategischen Entscheidungen. Welche sind die ersten Schritte zum eigenen Online-Shop? Was ist alles zu beachten? Fünf Tipps für einen erfolgreichen Einstieg.

Für den Handel und einen Großteil der Käufer ist der E-Commerce heute nicht mehr wegzudenken. Jedes Jahr steigt das Online-Marktvolumen weiter an. Laut einer Prognose des Handelsverbands Deutschland könnte bereits in 2020 die 80 Milliarden Euro-Marke geknackt werden.¹ Onlinehandel besteht aus Einkaufsvorgängen und Verkaufsvorgängen über das Internet. Durch die Übertragung von Daten entsteht eine unmittelbare Geschäftsbeziehung zwischen Anbietern und Abnehmern. Zum E-Commerce zählt aber nicht nur der Warenvertrieb, sondern beispielsweise auch andere Leistungen im Bereich Kundenservice und Online-Banking.

Gute Gründe für den Einstieg in den E-Commerce

Das Besondere beim elektronischen Handel über eine Webpräsenz ist die enorme Flexibilität: Die Angebotsseite sowie die Vertriebs- und Verkaufskanäle sind variabel. Auch ist es möglich, dass im Vergleich zum stationären Handel geringere Kosten durch beispielsweise kürzere Bestellwege entstehen. Kaufprozesse können ohne Verzögerung getätigt werden. Das ist auch für die Kunden sehr bequem, denn eine Bestellung kann beispielsweise auf der Couch getätigt werden. Wer als Gründer oder Store-Betreiber einen eigenen Online-Shop einrichten möchte, hat einen wachstumsstarken Markt gewählt. Doch um diesen optimal nutzen zu können, müssen viele der folgenden Fragen vorab beantwortet werden: Welches ist das richtige Shopsystem? Welches Zahlungsverfahren ist das passendste? Wie finden Kunden überhaupt den Online-Shop?

1. Das Shopsystem gut auswählen

Der Aufbau des eigenen Online-Shops erfordert einen gewissen zeitlichen und finanziellen Aufwand – die gesamte Abwicklung liegt in der eigenen Hand. Auf der To-Do-Liste ist der allererste Schritt, sich für ein Shopsystem zu entscheiden. Da dies eine langfristige Entscheidung ist, sollte diese mit Sorgfalt getroffen werden. Dafür müssen zuerst die Anforderungen an den Shop klar definiert werden, wie beispielsweise: Soll der Online-Shop eine Schnittstelle zum Warenwirtschaftssystem zur Verfügung stellen? Welche Bezahlverfahren möchte ich anbieten? Werden Filterfunktionen für die Produkte benötigt? Sobald die Anforderungen definiert sind, können die verschiedenen Shop-Alternativen mit besonderem Blick auf die Kosten verglichen werden. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Wenn bereits eine Website vorhanden ist und der Online-Shop nur eine Zusatzoption ist, könnte ein Shop-Baukasten sinnvoll sein. Ein solches System ist schnell eingerichtet und kostet wenig. Allerdings ist dieses auch wenig flexibel und hat begrenzte Funktionen. Zudem ist es möglich, dass der Website-Betreiber Plug-ins für die Ergänzung eines Online-Shops beispielsweise in einen Blog anbietet. Ist das Ziel aber, viele Produkte zu verkaufen und online große Umsätze zu erzielen, ist es sinnvoll, eine professionelle Shopsoftware zu nutzen. Im Regelfall kann diese komplett individuell angepasst werden – sowohl das Design, die Funktionen als auch die Bezahlverfahren. Je nach Kenntnissen in der Webentwicklung kann die Software eigenständig betrieben werden oder die technische Abwicklung wird einer fachlich spezialisierten Agentur überlassen. Software-Lösungen wie Magento, Shopware, Oxid eShop oder Gambio zählen zu den bekanntesten. Es können verschiedene Angebote auf Leistungsumfang und Preis verglichen werden. Auch Unzer bietet die Möglichkeit, Zahlungsmodule und Plug-ins schnell in ein Shopsystem zu integrieren.Neben einem mit Bedacht ausgewählten Shopsystem braucht ein Online-Shop-Neugründer eine einprägsame Internetadresse. Dabei ist die wichtigste Regel: Kurze Domains sind besser als lange.

2. Die Basiseinrichtungen für den Online-Shop

Ob der Shop nun selber oder von einer Agentur erstellt wird, es müssen einige Einstellungen durchgeführt werden. Auch wenn eine Agentur beauftragt wurde, ist ein gewisses Maß an eigenem Know-how sehr hilfreich in dem Prozess. Der Online-Shop muss auf den angemieteten Webserver geladen und installiert werden. Zu den wichtigsten Einstellungen zählen das Design- und die Darstellungsoptionen, der Aufbau der Website, die Verschlüsselung dieser und die Integration rechtlicher Inhalte wie AGB, Impressum und Datenschutzerklärung. Besonders für das Design und die Nutzerfreundlichkeit lohnt es sich, einen Webdesigner mit ins Boot zu holen. Zudem sind qualitativ hochwertige Fotos, unmissverständliche Produktnamen, eine klare Beschreibung sowie ein guter Preis die Grundlagen für einen erfolgreichen Verkauf. Weitere wichtige Einstellungen sind die Benennung der verfügbaren Lieferoptionen und Zugangsdaten für den Zahlungsanbieter. Darüber hinaus sollte unbedingt auf Cross-Selling-Möglichkeiten geachtet werden. Der Kauf sollte zum Beispiel auch mit mobilen Endgeräten getätigt werden können. Dafür muss die Website auch auf einem Smartphone oder Tablet nutzerfreundlich sein.

3. Den Checkout-Prozess nicht vernachlässigen

Ein Teil des Shops, dem ebenfalls besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden sollte, ist der Checkout-Prozess. Dieser ist häufig ein Grund dafür, dass Kunden doch noch vom Kauf absehen. Wird beispielsweise das vom Nutzer bevorzugte Bezahlverfahren nicht angeboten, bricht er den Kaufprozess ab. Payment-Service-Provider bieten dafür unterschiedliche Modelle an. Mehr zum Angebot von Unzer erfahren Sie unter unzer.com. Im Regelfall muss bei jeder Verkaufstransaktion ein geringer prozentualer Anteil an diesen abgegeben werden. Um alle Zielgruppen zu erreichen, sollten möglichst viele Zahlungsmethoden angeboten werden – unerlässlich sind beispielsweise PayPal, Rechnungskauf, Lastschrift und Kreditkarte. Wichtig dabei ist nachzuprüfen, ob das eigene Shopsystem überhaupt eine Schnittstelle zu den entsprechenden Anbietern zur Verfügung stellt.

4. Rechtliche Rahmenbedingungen erfüllen

Neben den strategischen Vorbereitungen für den eigenen Online-Shop sind die rechtlichen Rahmenbedingungen ein weiterer wichtiger Bereich. Diese sorgen vor allem für die Datensicherheit der Kunden. Dazu gehören unter anderem:
  • Anbieterkennzeichnung: Jeder Online-Shop braucht ein rechtlich einwandfreies Impressum, das alle Pflichtangaben beinhaltet.
  • Verpflichtende Angaben: Preisangaben der Produkte müssen stets korrekt und vollständig angegeben werden. Dazu gehören die Pflichtangaben Umsatzsteuer und Versandkosten. Angebotene Ware muss sofort verfügbar sein – sollte eingekaufte Ware nicht innerhalb von fünf Tagen lieferbar sein, muss auf die längere Lieferzeit hingewiesen werden. Das Anbieten von ausverkauften Artikeln ohne Hinweis ist nicht erlaubt und stellt einen Wettbewerbsverstoß dar.
  • Widerrufsrecht: Der Käufer hat eine Widerrufsfrist von 14 Tagen (§ 355 BGB). Verkäufer müssen sich die Widerrufsbelehrung vor dem Kaufabschluss aktiv von den Kunden bestätigen lassen.
  • Datenschutzerklärung: Eine vollständige Datenschutzerklärung ist unerlässlich, genauso wie die korrekte Einhaltung dieser.
Über die unumgänglichen rechtlichen Rahmenbedingungen eines Online-Shops hinaus ist es ratsam, Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGBs) festzulegen. Dort werden Regelungen zum Vertragsabschluss und Zahlung usw. bestimmt. Auch hier ist eine aktive Bestätigung durch den Kunden notwendig.

5. Online-Shop und Produkte gekonnt vermarkten

Ist für den Online-Shop alles festgelegt, sollte sich auf das Marketing konzentriert werden, damit der Shop auch gefunden wird – besonders bei der hohen Konkurrenz. Eine gute Performance der Marketing-Maßnahmen ist für einen gelungenen Verkauf essenziell. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und die Suchmaschinenwerbung (SEA). Sinnvoll können auch andere Werbeformen wie Affiliate-Marketing sein. Bei diesem wird ein eigenes Werbemittel auf beispielsweise einem externen Blog, der zum Shop passt, angezeigt. Der Affiliate-Partner erhält dann je nach Klick und Verkauf über den Link eine Provision. Erfolge in Bezug auf Klickrate und Verkauf bringen kann auch E-Mail-Marketing in Form eines Newsletters, der in regelmäßigen Abständen versendet wird. Ein besonderes Augenmerk ist auf Social Media-Marketing zu legen. Plattformen wie Instagram bieten eine große Chance, eine Zielgruppe direkt anzusprechen und auf die eigenen Produkte aufmerksam zu machen. In Profilen können den Interessenten echte Mehrwerte durch verwandten Content geboten werden. Auch hier gibt es neben dem eigenen Profil viele Möglichkeiten wie das Schalten von Social Ads oder die direkte Kommunikation mit Interessenten über die Nachrichtenfunktion. Ist die erste Kampagne gestartet, kann der Erfolg über eine Analytics-Software gemessen werden. Es lassen sich jeder Besucher und Klick eines Nutzers analysieren, sodass Rückschlüsse auf die Effizienz der Werbung geschlossen werden können. Daraus können dann Learnings für eine Anpassung der Kampagne oder die nächste gezogen werden. Beim Online-Marketing gilt es, die vielen Möglichkeiten strategisch zu nutzen und so die Besucherzahl des Online-Shops zu steigern.

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Quelle ¹: Statista https://de.statista.com/statistik/daten/studie/202905/umfrage/prognostiziertes-marktvolumen-des-deutschen-versandhandels/